Jahr 2014

Schwere Unwetter am 27.07.13

Hagel von 6cm im Durchmesser. Foto : Eva Wortmeyer
Hagel von 6cm im Durchmesser. Foto : Eva Wortmeyer

Schwere Unwetter in Gütersloh & OWL

Rheda-Wiedenbrück.
Um 15:00 erreichte das Unwetter die Stadt und hinterließ große Schäden. Es gab Hagel von 6cm im Durchmesser. Nach Augenzeugenberichten begann alles ganz harmlos. Der Tag hatte viel Sonnenschein und die Temperaturen kletterten auf 30°C. Am Horizont braute sich dann aber die Unwetterfront zusammen „Ein Sturm brachte los und es vielen Hagelkörner mit einer Korngröße von 6cm, berichtet Eva Wortmeyer. „Dabei war die Sicht war gleich Null“, erläutert sie weiter.


Foto : Eva Wortmeyer
Foto : Eva Wortmeyer

Das Gewitter hatte sich an der Südflanke eines großen Gewitterkomplexes über Osnabrück gebildet. Danach zog es unter Verstärkung weiter Richtung Westfalen. Im Vorfeld des Gewitters war die Luftmasse sehr warm und feucht, da das Tiefdruckgebiet über dem Ostatlantik feuchtheiße Luft aus Afrika bzw. des Mittelmeerraums herangeführt hat. Somit besaß die Luftmasse eine hohe Energie, dass für die Entstehung von schweren Gewitter und Unwettern von besonderer Bedeutung ist. Um 14:50 hatte es bereits schon eine Größe von 100km in der Breite. Im Vergleich sind Sommergewitter deutlich kleiner! Der große Hagel entstand durch die starken Aufwinde im Zentrum des Unwetters. Durch das ständige herunter fallen bzw. nach oben steigen im Aufwind, können die Hagelkörner enorm wachsen. Ab einer bestimmten Korngröße kann der Aufwind die Körner nicht mehr halten und sie fallen zu Boden. Der Wolkenturm erreichte eine Höhe von 12km und besaß in den oberen Schichten eine Temperatur von -60°C. Der Hagel zerstörte Autos und die Landschaft. In Rheda-Wiedenbrück konnte ein Zug nicht mehr weiter fahren, da die Oberleitung zerstört wurde. Danach zog das System weiter Richtung Gütersloh & Bielefeld und erreichte dort seinen Höhepunkt um 15:15. Im Umfeld kamen Regensummen von mindestens 20 Liter pro Quadratmeter zusammen. Auch im Raum Gütersloh & Bielefeld kam Hagel von mindestens 4-5cm herunter. Schließlich erreichte es dann gegen 15:30 auch Ostwestfalen Lippe und richtete dort ebenfalls Schäden an. Die Schwerpunkte waren dabei Bad-Salzuflen & Leopoldshöhe. Interessant an diesem Unwettersystem war, dass es ziemlich lange“überlebt“ hatte. Bei Gewittern kann man verschiedene Klassifikationen durchführen. Dabei wird zwischen Einzelzellen,Multizellen & Supezellen unterschieden. (Auch hier gibt es noch weitere Untergruppen). Im unseren Fall besaß das Unwetter einen rotierenden Aufwind, wodurch das Gewitter sehr langlebig wurde und großen Hagel produzieren konnte. (Starke Aufwindebereiche). Man spricht dann von einer „Superzelle“, die einer der gefährlichsten Gewittertypen darstellt und u.a. auch Tornados produzieren kann. Es zog danach weiter Richtung Hannover und hat sich kaum abgeschwächt. Später erreichte es sogar die Grenze zu Berlin.
Damit hatte es eine Lebenszeit von mindestens 6 Stunden. Ein normales Sommergewitter lebt im Schnitt 20min. Deshalb kann man hier schon von einem ungewöhnlichen Ereignis sprechen.

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